Hautpflege im Winter

Noch in den Neunzigerjahren wurde in der Säuglingspflege ganz auf das Eincremen verzichtet, um die natürliche Widerstandskraft der Haut zu stärken, nach dem Motto weniger ist mehr. Doch heutzutage ist der Stand der Wissenschaft, dass Babyhaut Pflege braucht, weil sie viel sensibler ist als Erwachsenenhaut!

Sie ist bis zu fünf Mal so dünn und auch ihre Eigenschutzfunktionen sind noch deutlich eingeschränkt. So führt die geringe Tätigkeit der Talg- und Schweißdrüsen in den ersten Lebensmonaten dazu, dass die Haut ihren Säureschutzmantel nur langsam aufbauen kann. Die Folge: Babyhaut verliert schneller Feuchtigkeit und ist zugleich anfälliger für äußere Einflüsse wie Reizstoffe sowie kalte und warme Luft.

Die besonderen Einflüsse des Winters

Niedrige Umgebungstemperaturen begünstigen Hautreizungen, und zwar vor allem im Gesicht, an Mund und Nase. Der Grund: An diesen Stellen bildet sich – durch den Schleim der Nase und den Speichel aus dem Mund – zusätzlich Feuchtigkeit, die durch Verdunstungskälte den Kältereiz weiter verstärkt. Zudem wird dort immer wieder gewischt, was eine zusätzliche mechanische Beanspruchung der Haut bedeutet. Doch nicht nur die Kälte, auch die für den Winter typischerweise hochgeheizten Räume belasten die Babyhaut. So wird ihr Wasser entzogen, wodurch sie anfälliger für Reizungen und Schädigungen wird. Die Hornhaut bekommt Risse, in deren Folge juckende Ekzeme entstehen können. Um die Haut Ihres Babys gesund zu bewahren, sollte man ihre natürliche Zartheit und Widerstandsfähigkeit erhalten. Auch wenn die Haut Ihres Babys keine besonders trockenen Stellen aufweist, kann sie mit milden Feuchtigkeitslotionen gepflegt werden. Bei sehr trockener Haut verwendet man am besten fetthaltige Babypflegeprodukte, um einen nachhaltigen Schutz vor Trockenheit aufzubauen.

Die richtige Winterpflege für Baby’s Haut

Sicheres Anzeichen für einen Pflegebedarf sind Rauigkeit, Juckreiz und Schuppung der Haut, doch dazu sollte es am besten gar nicht erst kommen. Besonders beanspruchte Hautstellen im Gesicht und auf den Handrücken sollten täglich mindestens einmal nach der Reinigung und dem Abtrocknen eingecremt werden. Nach dem Baden oder dem Schwimmbadbesuch sollte Pflege auf jeden Fall sein, um einer Austrocknung vorzubeugen. Im Winter eignet sich – auch als Kälteschutz fürs Gesicht – eine Wind- und Wettercreme. Beim Eincremen darf die Haut nicht nass sein. Feuchtigkeitsbetonte Produkte lassen sich auch auf nicht völlig getrocknete Haut auftragen, fettige Cremes und Lotionen können dabei etwas verschmieren. Am besten sollte die Haut mit dem Handtuch sorgfältig trocken getupft und danach eingecremt werden. Hochwertige Cremes und Lotionen stehen Ölen in ihrer Pflegewirkung nicht nach. Durch ihren Gehalt an Feuchthaltestoffen erhöhen sie sofort bei Anwendung den Feuchtigkeitsgehalt der Haut, während Öle diesen Effekt erst leicht verzögert durch verminderte Wasserverdunstung erzielen.

Gutes Schmerzgedächtnis

Säuglinge haben ein ausgeprägtes Schmerzgedächtnis. „Je länger sie in den ersten Wochen Schmerzen ausgesetzt sind, desto empfindlicher sind sie im Erwachsenenalter“, erklärt Professor Dr. Manfred Rister, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Kemperhof in Koblenz. Zudem empfinden Babys besonders intensiv: Der Körper eines Neugeborenen kann Schmerzen noch nicht regulieren. Es macht daher Sinn, schmerzhafte Hautirritationen so weit wie möglich zu verhindern. Experten empfehlen, vor allem nach dem Windelwechsel einen speziellen Wundschutz aufzutragen.