Hautkrankheiten -
Fragen und Antworten
Rat weiß die Hautärztin und Allergologin Professor Dr. med. Natalija Novak, Oberärztin der Allergologie und Leiterin der Neurodermitis-Sprechstunde an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Bonn. Babywelt hat ihr die häufigsten Eltern-Fragen in diesem Zusammenhang gestellt.
Vererbte Allergie
babywelt: Wenn die Eltern oder ein Elternteil Hautprobleme haben, neigt dann das Baby automatisch dazu?
Professor Novak: Die Veranlagung zu einigen Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Neurodermitis ist erblich. Das Risiko, Neurodermitis zu bekommen, ist bei Kindern höher, bei denen ein Elternteil oder beide Eltern an Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis leiden. Es scheint so zu sein, dass das Risiko für die Krankheit stärker über die Mutter vererbt wird als über den Vater. Bei Kindern, die ein höheres Risiko für Neurodermitis haben, wird als Vorbeugung empfohlen, vier Monate zu stillen oder eine hypoallergene Säuglingsnahrung zu geben.
Trockene Haut
babywelt: Was tun bei extrem trockener Haut?
Professor Novak: Bei sehr trockener Haut sollte das Kind mehrmals täglich eingecremt werden. Hierzu eignen sich unter anderem Cremes und Salben, in denen ein Feuchthaltefaktor wie zum Beispiel Glycerin zugesetzt ist. Zum Baden können Ölbäder verwendet werden. Falls das Kind schmutzig ist, kann es zuvor mit einer milden seifenfreien Waschlotion gereinigt werden, in der zweiten Hälfte der Badezeit wird das Ölbad hinzugegeben. Nach dem Baden sollte das Kind mit einer geeigneten Salbe oder Creme eingecremt werden.
Juckreiz lindern
babywelt: Gibt es natürliche Hilfsmittel, wie man den Juckreiz bei Hauterkrankungen lindern kann?
Professor Novak: Man kann mit einfachen Mitteln, wie Eincremen der Haut mit einer Creme aus dem Kühlschrank, Kühlen mit Coldpacks oder Entspannungsmaßnahmen wie Massagen, Vorlesen oder „Kassette hören“ versuchen, den Juckreiz zu lindern und das Kratzen zu verhindern. Bei stark aufgekratzter Haut sollte jedoch zusätzlich der Kinder- beziehungsweise Hautarzt hinzugezogen werden, der gegebenenfalls eine geeignete wirkstoffhaltige Creme verordnet.
Milchschorf
babywelt: Kann man Milchschorf auch selbst „behandeln“?
Professor Novak: Um die Krusten und Schuppen von der Haut zu lösen, sollten die betroffenen Stellen mit Babyöl und milden Baby-Shampoos gepflegt werden. Auf diese Weise verschwindet das Ekzem bei rund 50 Prozent der Kinder innerhalb weniger Monate vollständig.
Neurodermitis
babywelt: Ist Milchschorf immer ein erstes Anzeichen für Neurodermitis?
Professor Novak: Nein, Milchschorf ist bei Säuglingen sehr häufig und bedeutet nicht, dass das Kind sicher eine Neurodermitis bekommen wird. Kinder, die eine Neurodermitis haben, hatten jedoch in der Mehrzahl als Baby Milchschorf.
babywelt: Ist bei einem Kind mit Neurodermitis eine spezielle Ernährung nötig?
Professor Novak: Es gibt keine generelle Neurodermitis-Diät. Kinder mit Neurodermitis sollten wie andere Kinder ihres Alters gesund und abwechslungsreich ernährt werden. Süßigkeiten sind nicht generell verboten. Zitrusfrüchte können bei einigen Kindern zu verstärktem Juckreiz führen. Falls der Verdacht besteht, dass ein bestimmtes Nahrungsmittel zur Verschlechterung der Haut führt, sollte man dies mit seinem Kinderarzt beziehungsweise Allergologen besprechen und falls nötig Allergie-Tests durchführen.
Finger weg von Pickeln
babywelt: Warum sollten Bläschen und Pickelchen bei einem Baby generell nicht geöffnet beziehungsweise ausgedrückt werden?
Professor Novak: Wenn man einen Pickel oder ein Bläschen ausdrückt, können Bakterien leichter in die Haut eindringen und zu Infektionen führen, daher sollten Bläschen und Pickel nicht geöffnet werden, sondern mit austrocknenden Lotionen zum Beispiel auf der Basis von Zinkoxid behandelt werden.
Weblinks
Deutscher Allergie- und Asthmabund www.daab.de
Deutsche Haut- und Allergiehilfe
www.dha-allergien.de

Büchertipps
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