Entspannende Babymassage

Wohltuender Hautkontakt
Baby- bzw. Kindermassage bewirken vieles. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Frühgeborene durch spezielle tägliche Massagen bis zu 47 Prozent mehr an Gewicht zunehmen, aktiver und wacher sind. Babys und Kinder, die massiert werden, sind entspannter, weinen seltener und schlafen besser. Die sanften Berührungen lindern Bauchschmerzen oder Koliken, stimulieren Atmung und Herzfunktion. Eine Kindermassage verbessert auch die Koordination; sie verhilft Kindern zu mehr Beweglichkeit und höherer Aufmerksamkeit.
Idealer Zeitpunkt für eine Kindermassage
Ist Ihr Baby ausgeschlafen, aufmerksam und nicht hungrig? Dann können Sie mit der Babymassage beginnen. Beobachten Sie Ihr Kind dabei und massieren Sie es bitte nicht gegen seinen Willen! Wenn es heute nicht mag, versuchen Sie es einfach am nächsten Tag noch einmal. Schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre in einem wohlig warmen Raum, das wirkt entspannend für Sie beide. Gedämpftes Licht und sanfte Musik tragen dazu bei. Kleine Rituale, wie immer wiederkehrende Lieder zu Beginn und am Ende der Babymassage, sind eine ideale Vorbereitung. Auch wenn Sie immer eine ähnliche Reihenfolge der Handgriffe beibehalten, kann Ihr Baby besser innerlich loslassen und wirklich entspannen, weil es darauf vertrauen kann, was als Nächstes kommt.
Sie können Ihr Baby ab einem Alter von ca. vier Wochen massieren. Dabei können Sie gar nicht viel falsch machen. Trauen Sie sich, Ihr Kind mit sanftem Druck anzufassen. Wenn Sie es nur mit den Fingerspitzen streicheln, wirkt das nicht entspannend, sondern kitzelt und macht nervös. Ihre Hände sollten immer schön warm sein, damit die Berührung für das Kind angenehm ist. Empfehlenswert ist es auch, Pflegeöl vor der Massage anzuwärmen und in den Händen zu verreiben. Ideale Unterlagen sind ein Lammfell oder eine weiche Decke.

Stressabbau
Damit Ihrem Baby Massage und Streichelstunde gefallen, legen Sie Ihren kleinen Liebling vor sich auf den Rücken. Streichen Sie sanft und gleichmäßig von seinen Schultern zu den Beinen – zuerst von links oben nach rechts unten, dann von rechts oben nach links unten. Die diagonale Bewegung veranlasst das Gehirn, auf Entspannung zu schalten. Die Produktion von Stresshormonen wie Cortisol im Körper wird gebremst, Ihr Kind wird sich rasch beruhigen. Jetzt genießt Ihr Baby die Massage.
Den Rücken massieren

Verwöhnend für Baby: Massage des Rückens. Mit einer Streichmassage am Rücken lösen Sie die Verspannungen und regen die Durchblutung und den Kreislauf an. Dadurch werden Hormone aktiviert, die das Wachstum anregen. Legen Sie Ihren Spatz bäuchlings auf eine warme, weiche Unterlage und streichen Sie mit fließenden, gleichmäßigen Bewegungen von seinem Köpfchen über den Rücken zum Po und den Beinen. Danach können Sie sanften Druck ausüben und den Rücken in kreisenden Bewegungen von der rechten zur linken Schulter, dann entlang der Wirbelsäule bis zum Po massieren. Das stärkt die Muskulatur und es fällt Ihrem Kind leichter, den Kopf zu heben.

Fußreflexzonen-Massage
Nicht nur am Rücken tut dem Baby eine Massage gut, sondern auch an den Füßen. Eine Reflexzonen-Massage an den Füßen ist angenehm und wirkungsvoll für den gesamten Organismus. Die Stimulation bestimmter Punkte wirkt sich ausgleichend auf einzelne Organe, aber auch den gesamten Stoffwechsel aus. Sie erfassen automatisch alle wichtigen Reflexzonen, wenn Sie die kleine Fußsohle mit dem Daumen kreisend Stück für Stück massieren.
Drücken und liebkosen Sie jede einzelne Zehe zwischen Daumen und Zeigefinger. Sie können auch einen Zehenreim dazu sagen. Es ist dabei nicht wichtig, ob Sie am großen oder am kleinen Zeh anfangen.
Sie können auch mit dem Daumen abwechselnd von der Ferse in Richtung Zehen streichen. Beachten Sie dabei den Fußgreif-Reflex, bei dem das Baby die Zehen einkrallt. Warten Sie, bis sich der Reflex gelöst hat, ehe Sie mit dem Daumen erneut ansetzen und zu den Zehen streichen.

Die Hände
Auch an den Händen befinden sich wichtige Reflexzonen. Gern erschwert das Baby die Massage der Hände, weil es seine Finger meist zu Fäusten ballt. Öffnen Sie sie, indem Sie Ihren Daumen in die Handfläche legen und dann sanft zu den Fingern hinstreichen. Dann massieren Sie in kleinen kreisenden Bewegungen die Innenflächen der Hand. Gehen Sie zu den einzelnen Fingern über, indem Sie mit Daumen und Zeigefinger sanft über die Gelenke zur Fingerspitze hin ausstreichen. Gehen Sie bei jedem Finger so vor. Sie können am Daumen oder am kleinen Finger beginnen. Das macht Ihrem Spatz seine Hand bewusst und löst Spannungen.
Ende einer Massage
Eine Babymassage wird nur so lange durchgeführt, wie das Baby es mag und sich dabei wohlfühlt. Sie werden es merken, denn Babys können ja schon sehr früh deutlich zeigen, ob sie etwas mögen oder wann sie eine Auszeit brauchen! Also auch, ob das Baby Massage und Streicheleinheit satt hat.
Umfassendere Massagen können Sie in einem Kurs erlernen, um die Griffe von einem zertifizierten Babymassage-Experten richtig gezeigt zu bekommen und anzuwenden. Solche Kurse finden meist in kleinen Gruppen von 4 bis 6 Babys mit ihren Müttern statt und man kann in angenehmer Atmosphäre mit Gleichgesinnten die gemeinsame Wohlfühl-Zeit genießen.
Weblinks
Nähere Informationen zur Babymassage und zu Kursangeboten sowie eine Liste mit zertifizierten Baby Massage-Kursleitern erhalten Sie zum Beispiel bei der Deutschen Gesellschaft für Baby- und Kinder-
massage e.V.
Lesetipps
- Wohltuende Babymassage – liebevolle Streichel-
einheiten für Ihr Baby von Petra Hirscher und Thordis Zwartjes (Knaur Verlag) - Babymassage von Christina Voormann und Dr. med. Govin Dandekar (Gräfe und Unzer)
- Babymassage – wohltuend, gesund, beruhigend von Birgit Brauburger (Compact Verlag)
- Liebe hautnah erleben – ein Begleitbuch zur Babymassage von Ute Laves
(Infantasic-
Verlag)
Ätherische Öle
Bei Säuglingen und Kleinkindern sollten bestimmte ätherische Öle nie unverdünnt angewandt werden, denn dadurch kann es zu Allergien und
Atemproblemen kommen. Für die Baby- und Kindermassage sind besonders reine Pflanzenöle wie Mandel-, Sesam-, Weizenkeim-, oder Olivenöl geeignet.
