Alleinerziehen
Voller Einsatz

Der Alltag kann für alleinerziehende Väter und Mütter ganz schön belastend sein. Schuld und Selbstzweifel gehören so beständig zum Alleinerziehenden wie der entlastende Partner stets fehlt. Viele „Single-Eltern“ stellen jedoch bald fest, dass sie an den neuen Aufgaben auch wachsen. Die Zuversicht in eigene Stärken, das selbstbewusste Auftreten und auch das Durchsetzungsvermögen nehmen allmählich zu. Gefordert ist aber immer wieder viel Kreativität und Eigenständigkeit, um selbst für schier Unmögliches eine Lösung zu finden. „Als mein Partner mich verließ, fiel ich in ein großes Loch“, so Sabine S. traurig. „Es half aber nichts, ich musste da durch und war auch ein bisschen über mich selbst erstaunt, dass es dann doch irgendwie funktioniert hat mit allem – Kindererziehung, Karriere, Unterhalt etc.“
Selbstvertrauen – die beste Hilfe für alleinerziehende Mütter
Ist erst der Neubeginn geschafft und die schwierigste Zeit überwunden, stellt sich bald ein neues Selbstbewusstsein ein. Was sich wiederum positiv auf den Nachwuchs auswirkt. Untersuchungen haben ergeben, dass selbstbewusste Alleinerziehende auch ihren Kindern mehr zutrauen. Wen wundert’s? Denn Eigenverantwortung und Selbstbewusstsein sind Wesenszüge, die in Ein-Eltern-Familien sehr häufig anzutreffen sind. Daher kommt es oft vor, dass Kinder von Alleinerziehenden früher erwachsen und selbstständig werden. Denn sie müssen öfter alleine klarkommen. Und auch „Single-Eltern“ brauchen mal ihre freie, eigene Zeit. Der Idealweg liegt meist in der Mitte: In wichtigen Momenten für die Kinder da sein und trotzdem regelmäßig Zeit für sich selbst reservieren.
Bezugspersonen

Doch Psychologen raten: Im Vordergrund steht nie die Dauer der Zeit, die alleinerziehende Väter und Mütter mit ihren Kindern verbringen, sondern immer die Qualität der Eltern-Kind-Beziehung. Wichtig ist, dass das Kind mindestens eine feste Bezugsperson hat, von der es sich geliebt und angenommen fühlt. Nur Jungen brauchen neben der alleinerziehenden Mutter auch eine männliche Bezugsperson als Rollenvorbild. Wenn der Vater sich zu seiner Verantwortung bekennt und die Mutter das will, sollte er weiterhin die wichtigste männliche Bezugsperson bleiben. Werden jedoch vereinbarte Termine vom Vater häufig kurzfristig abgesagt, so kann das die Kinder sehr belasten. Allerdings könnte auch jeder andere Mann, der Opa, der Onkel oder der neue Partner der Mutter infrage kommen, der im Leben des Kindes eine wichtige Rolle spielt und vor allem häufig da ist.
Netzwerke
Bei alleinerziehenden Vätern wie Müttern ist häufig eine besonders enge, manchmal sogar innige Beziehung zu ihren Kindern zu beobachten. Doch Vorsicht: Das Kind darf kein Ersatz für einen Partner sein. Natürlich ist man versucht, Probleme mit dem Menschen zu besprechen, mit dem man zusammenlebt, also dem Kind. Doch es darf nicht mit allen Problemen in ihrer ganzen Tragweite überfordert werden. Psychologen raten, den Kontakt zu Eltern, Freunden, Bekannten oder Menschen in ähnlichen Situationen zu suchen. Gerade, weil heute Beziehungen häufig nicht mehr ein ganzes Leben lang halten, brauchen alleinerziehende Väter und Mütter eine feste Bezugsperson und Netzwerke in ihrem Leben. Nicht umsonst geben rund 90 Prozent der Alleinerziehenden an, dass sie sich Unterstützung aus ihrem sozialen Umfeld holen. In besonderen Fällen sollten sich „Single-Eltern“ nicht scheuen, auch mal professionelle Hilfe für alleinerziehende Mütter und Väter zu suchen.
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Internetportale
Interkommunikative Foren entpuppen sich oft als aufschlussreiche Hilfe für alleinerziehende Mütter und Väter
Lesetipps
- Moderne Familienformen – Navigationshilfe für alleinerziehende Väter und Mütter und Patchwork-Familien, Barbara Link, humboldt/Schlütersche
- Familie geht auch anders – Wie Alleinerziehende, Scheidungskinder und Patchworkfamilien glücklich werden, Matthias Ochs/Rainer Orban, Carl-Auer-Systeme
- Allein erziehen und optimistisch bleiben – Probleme erkennen und Prioritäten setzen, Elisabeth Cope, Klett-Cotta


