„Wunder“ Punkt: Der Popo
Ein wunder Po bei Baby – mehrere Ursachen
Ein wunder Po bei Baby ist nicht selten. Viele Babys leiden in den ersten Lebensmonaten unter einem wunden Po mit mehr oder weniger starken Entzündungen. Kein Wunder: Gerade im Windelbereich ist die empfindliche Babyhaut besonders starken Reizungen ausgesetzt – chemischen wie mechanischen. Wenn ein Baby zu lange in seiner Windel „schmort“ und dort Urin sowie Stuhl zusammenkommen, wird der im Urin enthaltene Harnstoff zu Ammoniak gespalten.

Das macht die zarte Babyhaut, deren Hautfunktion noch nicht vollständig ausgereift ist, nicht lange mit: Die Haut reagiert mit Irritationen und wird wund. Im Fachjargon heißt das Windeldermatitis. Ein wunder Po bei Baby kann auch am Essen liegen, denn gewisse Ernährungsfaktoren – sowohl der stillenden Mutter als auch des Säuglings – spielen beim „Wund sein“ eine große Rolle. Allergien, eine allgemeine Abwehrschwäche oder das Einnehmen von Antibiotika und Durchfall können ebenfalls Auslöser für eine Windeldermatitis sein. Und nicht selten neigen zahnende Kinder zu einem roten Allerwertesten. Auch mechanische Reize wie das Scheuern einer schlecht sitzenden oder unelastischen Windel können eine Entzündung im Windelbereich auslösen und zu einem wunden Po bei Baby führen.
Lesetipp
ElternWissen - Das erste Lebensjahr: Ernährung, Schlaf, Wickeln, Baden, Trösten. Ann Peters, Dorling
Kindersley Verlag
Film zum Thema
Weblink
Nützliche Informationen über Windeldermatitis finden Sie auch hier
Ergänzendes

Windeldermatitis oder Infektion - Unterschiede erkennen
Die vorgeschädigte Babyhaut im Windelbereich bietet Mikroorganismen, die meist physiologischer Bestandteil der Haut sind, einen idealen Nährboden für Hautinfektionen. Vor allem der weiße Hefepilz Candida albicans, Erreger des Soors, hat leichtes Spiel: Typisch ist ein feuerroter, pickeliger Ausschlag, manchmal mit nässenden Bläschen, der in der Regel um den After beginnt und sich über Po und Oberschenkel ausbreitet. Und wo ein Windelsoor „wütet“, da ist oft ein Mundsoor nicht weit. Sehr viel seltener ist eine bakterielle Infektion der Haut im Windelbereich (Erreger meist Staphylococcus aureus), bei der es zusätzlich zu Eiterbläschen oder gelben Krusten kommt. Bevor sich Bakterien oder Pilze rasant verbreiten, heißt es daher, ganz rasch zum Kinderarzt!

Der Windelwechsel
Doch keine Bange: So weit muss es nicht kommen. Einem wunden Po bei Baby kann vorgebeugt werden und solange die Haut intakt ist, bleibt sie auch gesund. Als Faustregel gilt, dass bei Neugeborenen die Windeln sechs- bis zehnmal innerhalb von 24 Stunden eingenässt sind. „Oft nass = oft wickeln“. Denn je häufiger die Windeln gewechselt werden, desto weniger kommt die zarte Babyhaut mit Feuchtigkeit in Verbindung. Während Wegwerfwindeln die Haut atmen lassen, binden sie die Feuchtigkeit sehr viel effektiver als Stoffwindeln. Damit nimmt das Baby aber auch den „Zustand“ seiner Windel schlechter wahr. Das bedeutet wiederum, anfällige Babys können durchaus von Stoffwindeln profitieren.
„Wund sein“ vorbeugen
Damit ein wunder Po bei Baby nicht zur schmerzvollen Erfahrung wird, sollten Sie in jedem fall vorbeugende Maßnahmen treffen. Zum Säubern den Windelbereich mit warmem Wasser (eventuell mit ein paar Tropfen Pflegeöl) waschen und dann sanft trocken tupfen. Seife sollte nicht verwendet werden. Auch spezielle, getränkte Babyfeuchttücher erfüllen ihren Zweck – vor allem wenn man viel unterwegs ist, sind sie eine praktische Alternative. Bitte stets beachten: Bevor eine neue Windel angelegt wird, müssen Po und Hautfalten trocken sein, deshalb den kompletten Windelbereich am besten ohne Windeln „lufttrocknen“ lassen. Anschließend eine dünne Schicht zinkhaltiger Creme auftragen, um die Haut zusätzlich vor Feuchtigkeit zu schützen. Ist der wunde Po bei Baby schon stark gerötet, dann unterstützt eine Wund- und Heilsalbe (etwa eine lebertranhaltige) die Heilung zusätzlich. Cremes, Salben oder Pasten aber nie zu dick auftragen, sonst wird verhindert, dass Luft an die Haut kommt. Und auch beim Abwischen ist ein „Zuviel“ an Cremes nicht förderlich, die Haut wird dadurch unnötig gereizt.
Ab wann zum Arzt?
Eine gewöhnliche Windeldermatitis verschwindet in der Regel innerhalb von drei bis vier Tagen. Falls diese Maßnahmen keine Besserung bringen, sich die Haut stark entzündet hat, schuppt oder gar offen ist und blutet, sollte man auf jeden Fall auch bei einer Windeldermatitis zum Kinderarzt gehen.
Hüftschonend wickeln
Beim Unterlegen der Windel ebenso wie beim Säubern den Babypopo unbedingt „hüftschonend“ hochheben, also keinesfalls das Kleine an den Füßen hochziehen. Am besten die Hand samt Unterarm unter einen Oberschenkel des Babys führen, und dann mit dieser Hand den anderen Oberschenkel von oben fassen. Wenn Sie nun Ihren Unterarm heben, gehen beide Beine und der Po automatisch nach oben.
Kein wunder Po bei Baby - alle Tipps in Kürze
- Behandlung von Vaginalmykosen bei schwangeren Frauen kurz vor der Geburt, um eine Besiedlung des Neugeborenen mit Candida-Pilzen zu verhindern.
- Vorsicht bei scharfen und sauren Speisen, sie machen den Stuhl aggressiver.
- Zuckerarme Ernährung bevorzugen, Zucker beeinflusst den pH-Wert ungünstig und bietet Pilzen einen hervorragenden Nährboden.
- Stillen, so lange es möglich ist.
- Windeln alle zwei bis drei Stunden am Tag wechseln.
- Bei „voller“ Windel Kind sofort wickeln!
- „Freiluftbäder“: Das Baby sollte so oft wie möglich mit nacktem Po strampeln dürfen, Kinder im Krabbelalter am besten ohne Windeln herumkrabbeln lassen.
