Baby stillen – Urvertrauen schenken

Das Original ist unschlagbar: Muttermilch versorgt Babys vom ersten Lebenstag an mit allem, was sie zur gesunden Entwicklung brauchen. Im Idealfall vier bis sechs Monate lang. Damit wird nicht nur der Energiebedarf gedeckt. Stillen ist ein idealer Schutz vor Allergien und Co.

Stillende Mutter im gemütlichen Stuhl

Powerpaket Muttermilch 

Die WHO empfiehlt ausschließliches Stillen in den ersten 6 Monaten und Weiterstillen unter Zuführung geeigneter Beikost, solange Mutter und Kind es wollen. Denn Stillen bedeutet nicht nur Sättigung für das Neugeborene, sondern auch das Stillen des Bedürfnisses nach Nähe, Hautkontakt, Wärme, Geborgenheit und Zuwendung. Natürlich werden auch Flaschenkinder glücklich groß, wenn sie genug liebevolle Aufmerksamkeit bekommen. Und keine Mutter sollte sich von ihrer Umgebung zum Stillen nötigen lassen, wenn sie innere Vorbehalte dagegen hat. Sie müssen auch nicht traurig sein, falls sie aus medizinischen Gründen Ihr Baby nicht stillen können. Die heutige Flaschennahrung aus Milchpulver ist durchaus eine akzeptable Alternative. Doch ein Blick auf die Vorteile der Muttermilch hilft vielleicht den bisher Unentschlossenen bei der Entscheidungsfindung.

Weblinks

Organisation, die berät, möchten Sie Ihr Baby stillen

Infos zu Stillberaterinnen und Beratungsstellen 

Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen 

Berufsverband der Laktationsberaterinnen 

Vorteil 1: Stark fürs Leben 

Stillen ist eine wunderbare Möglichkeit, Nähe zu genießen und die gemeinsame Kuschelzeit zum Festigen der Mutter-Kind-Bindung zu nutzen. Die Fachleute sind sich alle einig, dass die Nähe und Wärme der Mutter beim Stillen dem Kind einen prima Start ins Leben verschafft. Nicht nur dass es ihm Urvertrauen schenkt, sondern auch der psychischen Entwicklung einen guten Weg ebnet. Wenn Sie als Mama Ihr Baby nicht stillen möchten oder können, sollten Sie also so oft wie möglich mit Ihrem Liebling kuscheln und schmusen. 

Trinkendes Baby an der Brust

Vorteil 2: Allroundtalent in weiß 

Die Muttermilch ist ein Gesundbrunnen fürs Baby und fast ein Alleskönner. Sie verändert mit fortschreitender Stillzeit ihre Zusammensetzung an Proteinen, Fetten, Milchzucker, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Sie entspricht somit immer genau dem Nährstoff-Mix, den Babys in ihren Entwicklungsphasen benötigen - auch wenn die Essgewohnheiten der Mutter nicht immer optimal sind.

Die Eiweißzusammensetzung der Muttermilch ermöglicht, dass Babys innerhalb der ersten vier bis fünf Monate ihr Körpergewicht auf ganz natürliche Art verdoppeln. Zudem steigt der Fettgehalt der Muttermilch im Laufe der Stillzeit, um dem ansteigenden Energiebedarf des Kindes gerecht zu werden. Weiteres Plus: Es sind sehr hochwertige Fette in Form ungesättigter Fettsäuren. Milchzucker ist der Hauptkohlenhydratträger (etwa 90 Prozent) der Muttermilch. Die restlichen zehn Prozent macht eine Gruppe der Ballaststoffe aus. Diese sind verantwortlich für eine gesunde Entwicklung von Babys Darmflora.

Die wohltemperierte Muttermilch enthält aber auch Abwehrstoffe, sog. Lysozyme, die das Kind vor vielen Infekten schützen. Diese Abwehrstoffe nehmen sogar nach sechs Monaten weiter zu, damit es auch im beginnenden Krabbelalter vor den Bakterien geschützt ist, mit denen es zunehmend in Kontakt kommt.

Vorteil 3: Baby stillen – Plappermäulchen fördern

Stillen fördert die Kieferentwicklung des Kindes, welches für die Sprachentwicklung und Zahnstellung von Bedeutung ist. Zunge, Gaumen und Gesichtsmuskeln können sich dank des natürlichen Saugreflexes, während Sie Ihr Baby stillen, optimal entwickeln. Auch wenn es zu Beginn vielleicht ungewohnt ist, sprechen alle Argumente dafür. Hebammen stehen dabei mit Rat und Tat zur Seite. Sie helfen Ihnen, das Kleine richtig anzulegen und zeigen Ihnen, in welchen Positionen Sie Ihr Baby stillen können.

Vorteil 4: Stressfaktor sinkt 

Eines der wichtigsten Argumente für die Muttermilch ist aber auch die Bequemlichkeit, die sie stressgeplagten Müttern bietet: Hat das Kind Hunger, heißt es einfach Shirt hoch oder Bluse aufgeknüpft, eine Seite des Still-BHs öffnen und fertig ist das Essen. Schläft das Kind nachts gleich neben der Mutter, braucht sie ihren Schlaf zum Stillen kaum unterbrechen, und ist am nächsten Tag viel fitter.

Stillende Mutter in der Natur, babywelt Ratgeber Gesundheit zum Thema Stillen

Vorteil 5: Schutz vor Allergien und chronischen Krankheiten 

Zahlreiche Studien belegen, dass voll gestillte Babys den besten Allergieschutz bekommen und ideal vor Infektionen geschützt werden. Die am häufigsten auftretende Allergie bei Säuglingen und Kleinkindern in den ersten drei Lebensjahren ist Neurodermitis. In diesem Lebensabschnitt folgt Asthma gleich darauf. Die Gefahr, eine dieser Allergien zu entwickeln, wird von sicher diagnostizierten, allergiekranken Eltern auf ihre Kinder vererbt. Gehören Sie zur Gruppe der Allergiker, sollten Sie Ihr Baby stillen. Volles Stillen innerhalb der ersten 4-6 Lebensmonate empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) deshalb nach wie vor als perfekte Allergieprävention – für alle Babys. Nach der Stillphase sollte die Beikost aus wenigen Zutaten schrittweise eingeführt werden.

Auch wenn es keinen absoluten Schutz oder eine Garantie dafür gibt: Stillkinder erkranken seltener an Neurodermitis und anderen Allergien. Blutzuckerschwankungen werden vermindert und auch die Gelbsucht nach der Geburt ist weniger häufig. Zudem fördert Stillen die Darmgesundheit, die Verdauung kommt schneller in Gang.

Vorteil 6: Stillen fördert die Gesundheit der Mutter 

Möchten Sie Ihr Baby stillen, hat das eine positive Wirkung auf Ihre Psyche nach der Geburt. Die von vielen Frauen gefürchteten Wochenbettdepressionen treten bei stillenden Müttern viel seltener auf. Auch ein vermehrter Blutverlust direkt nach der Entbindung kann durch Stillen verhindert und die Gebärmutterrückbildung gefördert werden. Gesundheitliche Risiken wie Brustkrebs minimieren sich.

Auf dem Speiseplan für Stillende … 

… sollten fünf Portionen Obst und/oder Gemüse täglich stehen, anderthalb bis zwei Liter kalorienfreie oder -arme Getränke ohne Alkohol. Täglich Getreideprodukte und ein bis zwei fettarme Milchprodukte. Dazu am besten zwei- bis dreimal Seefisch und zwei bis drei kleine Fleischportionen und fettarme Wurst pro Woche. Indem Sie sich ausgewogen und abwechslungsreich ernähren, während Sie Ihr Baby stillen, kann Ihr Schatz in ein gesundes Leben starten. Ein gutes Gefühl für Mutter und Kind.

Oberstes Gebot: Vorsicht mit Diäten! 

Alle Mütter, die ihr Baby stillen möchten, sollten auf eine gleichzeitige Diät verzichten – auch wenn sich zahlreiche prominente Mütter kurz nach der Geburt wieder erschlankt präsentieren. Das ist wider der Natur. Denn die hat sich dabei etwas gedacht, vorzusorgen und praktisch ein Polster für die anstrengende Stillzeit anzulegen. Als Faustregel gilt: Neun Monate Schwangerschaft, neun Monate bis zum Ausgangsgewicht.

Um die Babypfunde wieder zu verlieren, ist eine Radikalkur mittels strenger Diät, Crash- oder Fastenkur sowie einem harten Fitnessprogramm wenig sinnvoll. Denn viele Umweltschadstoffe lagern im Körperfett. Bei einer Gewichtsabnahme werden sie freigesetzt und wandern über die Muttermilch direkt zum Säugling. Die Ernährungsgesellschaften empfehlen Stillenden deshalb eine Abnahme von maximal einem Kilo pro Monat.

Lesetipps

  1. Stillen: Ihre Still-Beratung für zu Hause. Mütter berichten: Das hat mir geholfen, Dora Schweizer/Sabine Klonk, Trias Verlag
  2. Stillen, Martha Gouth-Gumberger/Elizabeth Hormann, GU Verlag